Montag, 4. April 2016

                                        
 Zum Jahrestag, als in der Nacht vom 18. auf den 19. April 2015 rund 800 Flüchtlinge im Mittelmeer ertranken, und zum Gedenken an alle anderen ertrunkenen Flüchtlinge:

                                             Wovor hat Europa Angst?
                                    

Wir hatten das gleiche Schicksal. Wir sind alle Flüchtlinge, wir waren auf der selben Fluchtstrecke unterwegs. Wir alle hatten einen Traum, die selben Wünsche.  Aber auf der Flucht spielt das Glück eine große Rolle. Alle Flüchtlinge sind nicht erfolgreich. Viele sterben,  bevor sie ihr Ziel erreichen. Im Jahr 2011 sind über 400 Landsleute im Mittelmeer ertrunken, 2013 mehr als 370 Eritreer, die auf einem Boot waren,  und im April letzten Jahres, in der Nacht vom 18. auf den 19. April kenterte ein überladenes Flüchtlingsboot im Mittelmeer und etwa 800 Flüchtlinge ertranken.
 Das Mittelmeer ist seit Jahrzehnten ein  Menschengrab. Viele Träume und viele Hoffnungen sind unter Wasser  gegangen. Viele Familien verloren ihre Geliebten, viele Kinder sind gestorben und viele junge Männer und Frauen sind  traumatisiert.

                                                             Flüchtlingsleichen
Ich bin im Jahr 2002 über das Mittelmeer nach Europa gekommen. Heute bin ich Deutscher,  als Deutsch-Eritreer fühle ich mich.  Ich bin zum Glück nicht verunglückt. Aber ich habe viele Freunde, Bekannte und Landsleute verloren. Als ich vom größsten Flüchtlingsbootunglück  vor einem Jahr hörte, war ich gerade in Äthiopien. Ich war bei der Opposition und machte Radio für Flüchtlinge in Addis Ababa. Der BBC hat darüber sehr lange und den ganzen Tag berichtet Ich bekam sehr viele Medienanfragen aus Deutschland. Obwohl ich viel zu sagen hatte, konnte ich nicht sofort nach Deutschland fliegen. Aber die Nachricht hat mich sehr berührt.  Meine Erinnerungen kamen hoch. Heute möchte ich aus meinem Buch " Hoffnung im Herzen, Freiheit im Sinn" zitieren:
" Ein stechender Geruch fährt mir in die Nase. Als ich die Augen aufschlage, ist es hell und stinkt bestialisch. Braune Jauche wabert unter uns, süßlich, sauer, gärig, es riecht nach Verwesung, so schauderhaft, dass ich nur noch einen Gedanken habe. "Mit diesem Geruch musst du jetzt sterben. " Ich denke nicht an Schmerzen, nicht ans langsame Ertrinken, sondern rieche nur diesen unerträglichen Gestank, den ich nicht abschütteln kann. Er drängt sich zwischen uns, saugt sich fest, stößt in uns hinein. Ich fürchte mich, Angst, Todesangst, wie lange noch, lange noch, noch? Es stinkt nach Tod. Die Angst vorm Sterben hat einen Geruch, eine Farbe.Blaugrünbraun wie Erde, Luft und Wasser, der Geruch ist ein Ton wie das Rauschen des Meeres. Dieser Gestank ist ein Abschied: Morgen bin ich nicht mehr da.
.
Wo bin ich? Wer bin ich? Schon tot? Meine Haut schneeweiß aufgequollen unter der braunen Farbe, blutleer, meine Zunge trocken und schwer, ich kann mich nicht bewegen. Kinder weinen. Aki, Robel und Awet neben mir, ohne etwas zu sagen, blicken sie mit offenen Augen in die Weite. Wie eine graue Decke hängt der Himmel über uns, es stürmt nicht mehr, regnet noch leicht. " Land!", ruft da plötzlich jemand, und noch einmal: "Land!" Automatisch drehen wir unsere Köpfe, schwer zu glauben nach Trostlosigkeit, und doch: "Land steuerbord."
Malta - Insel zwischen Libyen und Sizilien, näher an Sizilien als an Libyen. Es ist ein dunkler Streifen am Horizont. Wir rufen und schreien, Fischerboote, mindestens zwei oder drei, doch wenn sie in unsere Nähe kommen, drehen sie ab. Obwohl Kapitäne gesetzlich dazu angehalten sind, Menschen in Seenot zu retten, will uns niemand helfen, denn wer Flüchtlinge in sein Boot aufnimmt, wird vor Gericht gestellt und verliert mindestens seinen Gewerbeschein. Nicht einmal sehen will man uns. Wovor hat Europa Angst?".


Zekarias Kebraeb

Freitag, 5. Februar 2016

Eritreisches Restaurant diskriminiert oppositionelle Eritreer

 
Ein Freund von mir ist aus Afrika zu einer Geschäftsreise nach Europa gekommen und er möchte mich sehr gerne in Deutschland 
besuchen. Er liebt die Stadt Frankfurt, deswegen wollte er ,dass ich nach Frankfurt komme und wir uns dort treffen.

 

Es ist immer schön nach langer Flucht und  vielen Jahren alte Freunde zu treffen. Als ich am Donnerstagmittag meinen Freund am Frankfurter Flughafen sah, war ich total happy. Nachmittags waren wir in der Stadt. Obwohl ich kein Frankfurter bin, habe ich versucht ihn die Stadt zu zeigen. Wir waren trotz Dauerregen und schlechtem Wetter überall in der Stadt. Er hat Sachen gekauft, mittags sind wir italeinisch essen gegangen. Am Abend wollte mein Freund eritreisch essen gehen. In Frankfurt leben mehrere tausend Eritreer und am Hauptbahnhof gibt es viele eritreische Restaurants..
Wir sind in  ein eritreisches Lokal gegangen. Das Restaurant ist schön, man hört ein schöne eritreische Musik und man sieht Landsleute die Injera mit den Fingern essen . Solche Atmosphäre wollte mein Freund in Frankfurt erleben. Als wir Platz genomen haben, sah ich an den Wände des Restaurants Bilder vom eritreischen Diktator Isayas Afewerki. Große Bilder. Auf einem Bild steht auf Tigrigna Habeney ( du bist mein Stolz ). Auf dem anderen Bild lächelt der Diktator freundlich. Die Restaurantfrau ist zu uns gekommen und hat uns gut bedient.. Wir aßen unser Injera, tranken unsere Getränke. Als mein Freund beim Essen mit seinem Handy spielte, hörte ich,  wie die Wirtin mit den Kunden über die Geburtstagsfeier von unserem Diktator sprach. Er hatte am 02 .Februar Geburtstag. Als sie später zu uns kam und uns fragte, ob alles in Ordnung sei, fragte sie mein Freund, ob die guten scharfen Paprikas aus Deutschland kommen. Sie gab als Antwort " nein, die kommen aus der Türkei, die Deutschen produzieren nur Kriegsmaterial wie Panzer, damit wir in Afrika aussterben." Mir war übel, aber das Essen war sehr lecker.  Am Ende wollten wir zu unserem Hotel. Wir zahlten unsere Rechnung und bedankten uns bei der Wirtin für das leckeres Essen. Als wir dann das Lokal verlassen wollten, rief sie mich zu Rede und sagte mir:  " Sorry, das Haus ist von dem Diktator und du passt hier nicht ins Haus. Bitte komm nicht zurück. Du hast ab heute Hausverbot. " Es war wie ein Schlag und unerwartet.. Ich sagte : " Wie bitte? Hier ist doch ein Lokal und der Diktator ist in Eritrea? ".  "Ja, aber ich diene für ihn. Ich habe das Restaurant wegen ihm geöffnet. Bitte nicht wieder kommen!".  Ich sagte: "Haben Sie mir wegen meinem politischen Stand Hausverbot gegeben?".  Sie sagte: " Ja genau, ich hasse dich. Ich will dich nicht mehr sehen. " Ich sagte: Sie sind doch eine Restaurantfrau und ich ein Kunde. "  Sie sagte: "Ja, aber ich lasse hier nur regierungstreue Eritreer rein."
 
Das ist Frankfurt. Ein freie offene Stadt.  Leider habe ich als oppositioneller Deutsch-Eritreer dies mitten in Deutschland erlebt.  Schade für die Integration und das Zusammenleben.

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Flüchtlinge sind kein Problem sondern Flüchtlinge sind Menschen
von Zekarias Kebraeb

Niemand wurde als Fluechtling  geboren. Keiner will Fluechtling sein. Aber auch manchen Lebensituationen gibt es nur einen Ausweg: die Flucht. Menschen muessen vor Krieg, Sklaverei, Verfolgung, Armut und Hunge fliehen. Ich selbst bin vor dem Militaerdienst in Eritrea geflohen.  Ich war erst 17 Jahre alt. Ich wollte keinen lebenslangen Militärdienst leisten, sondern hatte andere Traeume. Ich wollte Jornalismus studieren und in Freiheit leben. Ich wollte mein Leben selbst bestimmen. Aber das war ueberhaupt nicht moeglich. Ich war gezwungen einer Diktatur zu dienen. Mein einziger Ausweg, um in Freiheit leben zu können, war die Flucht.
Flucht ist schmerzvoll, den Flucht bedeutet, seine Heimat, seine Familie und alles was einem vertraut ist, zu verlassen. Auf der Flucht sein, ist gefährlich und oft demütigend. Denn auf der Flucht sein, bedeutet fremd zu sein. Fluechtlinge sind nicht willkommen, dort wo sie ankommen. Als Fluechtling ist man nur ein halber Mensch. Und ohne Papiere ist ein Flüchtling gar nichts und hat keine Rechte.
Auf der Flucht erlebt man Furchtbares. Frauen werden von Schleppern vergewaltigt, in manchen Ländern werden Flüchtlinge zu Sklavenarbeit gezwungen und gefoltert. Andre Fluechtlinge werden  entfuehrt und müssen ihre Freilassung viel Geld bezahlen. Viele Fluechtlinge sind traumatisiert und brauchen eine Therapie.
Aber wenn die Fluechtlinge in ihr Wunschland erreichen, ist die Flucht noch lang nicht zu Ende, sondern die Ankunft ist erst der Beginn einer langen Odysee. Man wird wegen des Dublin III-Abkommens von einem Land ins andere und wieder zurück verfrachtet, kommt in unmenschlichen Fluechtlingslagern unter, wird jahrelang geduldet, bis man irgendwann seine Hoffnung auf eine Zukunft verliert.
Mit 17 bin ich über die ertitreische Grenze in den Sudan geflüchtet, dann über die die Sahara nach Libyen und schließlich mit dem Boot übers Mittelmeer nach Italien. In Mailand war ich obdachlos und lebte auf der Straße.  Es war Winter, ich musste auf Kartons schlafen. Ich der Schweiz wurde mein Asyl-Antrag zwei Mal abgehlent. In Deutschland bin ich wegen unerlaubter Einreise in Abschiebehaft in einem Gefängnis gelandet.
Wer auf der Flucht keine mehr Hoffnung hat, ist verloren. Denn die Hoffnung macht stark und hilft Menschen stark zu bleiben. Auch der Glaube hilft, der Glaube an einen mächtigen Gott, gibt Kraft. Ein Flüchtling auf der Flucht braucht Hoffnung und Glaube.
Viele Menschen sind zur Zeit auf der Flucht, viele aus Syrien, aber auch viele aus Eritrea. Sie wollen alle nach Europa. Das mag für Europa ein Problem sein, aber  fuer die Laender, aus denen die Menschen fliehen, ist es eine Katastrophe. Syrien, Eritrea, aber auch Albanien und der Irak verlieren ihre junge Generation. Die Laender sterben aus. Das macht mich sehr traurig.
Allein in diesem Jahr sind ueber 800000 Fluechtlinge nach Deutschland gekommen. Deutschland, ganz Europa befindet sich in einer Flüchtlingskrise heißt es. Ich denke, dass es keinen anderen Weg gibtt, als die Flüchtlinge hier in Europa zu akzeptieren. Denn Fluechtlinge sind kein Problem, sondern Flueüchtlinge sind Menschen.
Fluechtlinge brauchen Hilfe. Fluchtlinge muessen als Mensche gesehen werden und  Fluechtlinge dürfen nicht jahrelang ohne Perspektive und richtige Aufenthaltserlaubnis in Fluechtlingslagern zum Nichtstun verdammt sein.  Fluechtlinge muessen ein Teil unserer Gesellschaft werden.
Fluechtling kommen nicht, um Arbeitsplätze wegzunehmen, um Sozialleistungen zu beziehen und die Wirtschaft zu schwächen. Viele Fluechtlinge haben Berufe oder sind bereit, eine Ausbildung zu machen; Auffangländer können von Flüchtlingen  profitieren.
Die europaeschen Laender und die europaeische Union muss eine grundsaezliche Loesung  fuer die aktuelle Krise finden. Die Herkunftslaender der Fluechtlinge muessen demokratisiert werden. Damit die Fluechtlinge in ihren Heimatlaender in Freihet leben können, müssen Diktaturen geschwaecht und diejenigen, die für Freiheit und Demokratie kämpfen, gestärkt werden.
Ich bin heute kein Fluechtling mehr, sondern Deutscher und möchte Europa zeigen, dass man sich auch in Afrika engagieren kann. Deswegen  studiere ich Pollitik in Aethiopien und kaempfe fuer ein demokratisches Eritrea. Ich möchte nicht, dass ganz Eritrea auswandert und hierherkommen, sondern ich will, dass eritreische Volk frei wird.
Mein Botschaft an Fluechtlinge ist, dass sie ihre Hoffnung nicht verlieren dürfen und stark bleiben müssen. Nur so können sie an eine bessere Zukunft glauben.
Mein Botschaft an die europaesche Laender ist, die Fluechtling zu akzeptieren und nicht als Problem sondern als Menschen zu behandeln, um ihnen und ihren Herkunftsländern eine Perspektive zu ermoeglichen.




Samstag, 31. August 2013

                               Warum bin ich hier?


weil Deutschland reich ist? Weil es hier schöne Straßen und Autos gibt oder weil ich ein Luxusleben führen möchte? Warum bin ich hergekommen? Was erwarte ich von diesem fremden Land?
Ich glaube jeder Mensch hat einen Traum. Mein Traum war es, ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit zu führen. Ich kann niemandem dienen. Ich bin nicht aus Eritrea weggerannt, weil ich das Land und die Menschen dort hasse. Nein!! Ich bin weg gegangen, weil ich frei sein wollte, nicht weil ich Geld haben wollte. In Deutschland bin ich frei und werde meine Freiheit niemals für materielle Unterstützung, sprich Geld, verkaufen. Es ist einfach, Flüchtlinge zu kaufen, weil sie nichts haben, aber wer sich kaufen lässt, macht sich abhängig und ist nicht mehr frei.

Man muss etwas geben, um etwas zu bekommen. Zum Beispiel seine Unabhängigkeit. Flüchtlinge werden ihr Leben lang verkauft und gekauft. Weil sie wie Tiere sind und keine Rechte haben. Kein Recht zu gehen und kein Recht zu bleiben, kein Recht sich zu schützen oder sich seinen eigenen Weg zu wählen. Sie haben Schlepper und am Ziel angekommen haben sie keinen Geburtsnamen mehr und kein Herkunftsland, sie sind Nummern bei der Ausländerbehörde........
Ich bin glücklich, dass ich mein Leben so führen kann, wie ich es möchte. Ich wähle und bestimme heute was ich anziehe, esse, trinke und den Ort, wo ich leben möchte. Deshalb bin ich stark, alleine oder zusammen mit denjenigen, mit denen ich zusammen sein will. Ich bin kein halber Mensch. Ob ich in Berlin, in Nürnberg oder in Afrika lebe. Ich gebe nicht auf. 

Zekarias Kebraeb

Donnerstag, 29. August 2013

     Wie Hilfsorganisationen, Stiftungen und Vereine helfen?!



Als Kind musste meine Mutter nach dem Tod meines Vaters eine Katholische Hilfsorganisation in Eritrea um Hilfe bitten, da es keine Witwen- oder Waisenrente gab. Aber die Organisation hat nicht geholfen, sondern hat uns ausgenutzt. Sie haben uns Kinder fotografiert und die Fotos nach Deutschland geschickt, um damit um Geld für uns "arme Waisenkinder" zu betteln. Viele Menschen in Deutschland haben gespendet, es ist nur leider nichts bei uns angekommen, sondern das Geld blieb bei der Kirche und den Pfarrern und Klosterschwestern, die mit schönen Autos herum fuhren und weit weg von uns armen Menschen in schönen Häusern wohnten. 
Auch die meisten NGOs (.......) arbeiten für sich. Auch sie fahren tolle Autos, haben afrikanische Nannies, Köchinnen und Putzfrauen und wohnen in Luxusvillen. Viele Spendengelder fließen an die Mitarbeiter der Hilfsorganisationen und Stiftungen oder an diejenigen, die das richtig Parteibuch haben oder den richtigen Glauben.
Einige schlaue Menschen eröffnen Stiftungen oder Hilfsorganisationen im Namen von "Armen Kindern, Straßenkindern, behinderten und kranken Kindern" oder auch im Namen von "Migration".Aber in Wirklichkeit geht es nicht um Kinder oder Migranten sondern um Profit. Viel Geld fließt in Werbung und noch mehr in die eigenen Taschen, die immer dicker werden. Sie machen große Feste und laden "große Menschen" ein, um zu feiern und um dann zu berichten: "Wir haben Menschen geholfen." Wer Werbung, Medien und Geld in seinen Händen hält, bekommt noch mehr Geld und Macht. 
Als Waisenkind, Afrikaner und Flüchtling kenne ich viele Hilfsorganisationen und Stiftungen. Die meisten waren und sind arrogant. 


Zekarias Kebraeb

 

Sonntag, 21. Juli 2013

                                                               Migration in Europa




Auch in Europa flüchten Menschen. Es sind aber andere Flüchtlinge als ich. Sie flüchten nicht vor lebenlangem Militärdienst, Diktatur oder Folter. Es sind sogenannte Arbeits- und Armutsmigranten. In den vergangenen zwei Jahren kamen mehrere hundertausend Menschen nach Deutschland, um Arbeit zu finden. Die meist jungen Menschen kommen aus Spanien, Italien, Griechenland, Bulgarien und Rumänien. Da ist beispielweise der Familienvater aus Madrid, der nach München geht, um als Küchenhilfe zu arbeiten. Viele junge Spanier sehen in ihrem Land  keine Zukunft. Sie lernen deutsch und gehen nach Deutschland. Es gibt kleine Städte wie Wunsiedel (Oberpfalz) in Bayern, die werben um junge Zuwanderer. Beide gewinnen. Die jungen Spanier bekommen Arbeit und Zukunft, und die kleinen Städte, die an Bevölkerungsrückgang leiden, gewinnen junge Menschen und auch an Zukunft. 2012 zogen laut Süddeutscher Zeitung eintausend Akademiker und Doktoranten aus Italien nach München. Sie sahen in ihrem Land keine Perspektiven. "Generation Praktikum" heißt es, wenn gut ausgebildete, studierte 25- und 30-jährige Leute keine ordentliche Arbeit finden.Auch viele Bulgaren und Rumänen kamen nach Deutschland, besonders nach München. Manche betteln. Sie schlafen auch in Parkanlagen und in Obdachlosenunterkünften.

Zekarias Kebraeb


Freitag, 19. Juli 2013

                                                Anerkennung in Deutschland


Als ich Ende April aus Addis Abeba zurückkehrte, hatte ich im Mai sieben Lesungen. Ich war eingeladen von der Amnesty Hochschulgruppe Berlin und vom Bundespolizei aus- und fortbildungenzentrum Oerlenbach in Unterfranken. Ich stellte mein Buch beim "Heidelberger Kreis" in Heidelberg vor. Und ich war mit meiner Co-Autorin Marianne Moesle in Friedberg (Hessen) und beim Sommerblut-Festival in Köln. In Stuttgart hatte ich eine Lesung bei der demokratischen eritreischen Community und in Krefeld bei der Volkshochschule.
Vergangenen Sonntagmittag war ich mit Marianne Moesle zur Buchlesung in der wunderschönen Galerie Nelly 5 in Aschaffenburg.



Im August 2011 ist unser Buch "Hoffnung im Herzen, Freiheit im Sinn" erschienen. Seitdem wurde ich im gesamten Bundesgebiet zu etwa 30 Buchvorstellungen und -lesungen eingeladen. Oft gemeinsam mit Marianne Moesle. Es waren wunderbare Veranstaltungen. Marianne und ich erhielten sehr viel aufrichtige Anerkennung und Wertschätzung. Viele Menschen interessieren sich für meine Fluchtgeschichte und das Buch. In Deutschland leben viele sozial-engagierte Menschen. Deutschland ist ein Land mit vielen guten Menschen.

Zekarias Kebraeb
Deutschlandstiftung Integration

Freitag, 31. Mai 2013

                                             Diskriminierung ist gegen Integration

Der zug ist voll und fährt mit den Fahrgästen. Die Fahrtgäste sind nicht alle Deutsche. Im Zug sind Menschen aus verschiedenen Ländern. Jeder hat den gleichen Tarif bezahlt, aber sie sind nicht alle gleich.
Die Polizei sucht regelmäßig illegale Einwanderer im Zug. Um ihre Aufgabe zu machen, müssen die Polizisten zuerst Menschen mit anderer Hautfarbe kontrolliren.




Fall 1
Ich wollte vor ca. 3 Jahren von Nürnberg nach Frankfurt/Main fahren. Ich spreche deutsch und habe gedacht, Deutschland ist meine zweite Heimat. Als ich mit dem Zug Würzburg erreichte, kamen zwei Polizisten auf mich zu und wollten nur mich kontrollieren. weil ich nur die einzige dunkelhautige Person im Zug war. Das hat mich sehr geärgert und ich fragte mich, ob ich mich weiter integrieren soll oder nicht. Was ist, wenn ich Deutschland noch 50 Jahre lebe und die Polizei 50 jahre lang mich als illegaller Einwanderer kontrolliert? kann ich das aushalten?

Fall 2
Eine ältere deutsche Dame sitzt alleine im Bus. Ich wollte neben ihr sitzen. Aber die Frau war nicht glücklich. Sie hat ihre Tasche festgehalten. Sie hatte Angst. Sie dachte, dass ich ein Dieb bin.

Alle dunkelhautigen Menschen sind nicht Betrüger. Und alle Hellhautige Menschen sind keine Engel.
Alle Deutsche sind nicht fremdenfeindlich. Und alle Araber sind keine Terroristen.
Wir sind alle gleich.Wir haben alle eine Mutter. Und wir sterben auch alle.


Zekarias Kebraeb

Sonntag, 21. April 2013


                                          Eritrea stirbt aus

Ich war im Norden Äthiopiens. In einer äthiopischen Region, wo die Menschen meine Muttersprache Tigrigna sprechen und tausende eritreische Flüchtlinge leben. Es ist wie eine Flut. Aus Eritrea kommen Kinder, Frauen, junge Männer, ältere Damen und Herren  jeden Tag über die Grenze nach Äthiopien. Es ist sehr gefährlich, aber die Flüchtlinge haben keine andere Wahl. Sie müssen entscheiden, entweder Tod oder Leben. Wer aus Eritrea flüchtet, wird erschossen. Eritreische Soldaten haben die Pflicht,  auf Flüchtlinge zu schießen. Viele Kinder kommen ohne Eltern und viele Eltern kommen ohne ihre Kinder. Jeden Tag.
Ich habe viele Kinder gesehen, die sehr traumatisiert sind. Viele weinen, weil sie Heimweh haben. Ich habe auch viele Flüchtlinge getroffen, die nur zuhören, aber nicht sprechen. Viele werden in die USA geschickt,  damit sie dort besser leben können und sich dort integrieren. Das ist aber nicht die Lösung. 

Eritrea hat nur ca. 5 Millionen Einwohner. Fast 2 Millionen sind schon auf der Flucht. Und es geht weiter....
Wir sind überall nicht akzeptiert. Eritreer und Eritrea werden oft ignoriert. USA, EU, AU sehen Eritreer als Problem für ihre Länder und ihren Kontinent. Eritreer in Israel und in arabischen  Ländern leben wie Tiere und Sklaven. In Europa, besonders in Italien,  müssen wir auf der Straße leben. In Deutschland dürfen Eritreer oft nicht lernen und ihre Landkreise oft nicht verlassen. Sie sind gefangen ...
Dies wird aber eines Tages vorbei sein. Es wird  Geschichte sein. Wir müssen aber kämpfen, kämpfen für unsere Rechte.Wir haben ein Recht, in Freiheit zu leben. Die Welt gehört nicht nur dem Westen,  sondern auch  Eritrea und Afrika. Aber ich bin sehr enttäsucht, daß die Welt uns zuschaut.

Zekarias Kebraeb

Freitag, 5. April 2013

                                                 
                                                    Sechzig Tage in Äthiopien

Die ersten Tage waren so schwer. Viele Dinge konnte ich nicht akzeptieren.
Ich musste immer fragen: Warum muss das so sein? Ich dachte und überlegte wie ein Deutscher. Heute lebe ich wie ein Äthiopier. Nach sechzig Tagen ist das Leben in Äthiopien sehr angenehm. Ich habe zwei Monate intensiv für mein Studium gelernt und die Zulassungsprüfung bestanden. Ich darf ab September in Addis Abeba studieren.
 
Nächste Woche besuche ich ein eritreisches  Flüchtlingscamp im Norden Äthiopiens. Ich bin sehr gespannt. Ich werde eine Lesung auf Tigrigna machen und den Flüchtlingen über die gefährliche Flucht nach Europa berichten. Ich glaube es wird sehr emotional. Ich werde über mein Erlebnis mit den Flüchtlingen nächstes Mal schreiben........
 
Zekarias Kebraeb
Deutschlandstiftung Integration

Montag, 4. März 2013

                                         Mein Leben in Addis  

Alle Menschen sehen genau so aus wie ich. Sie sind schlank, gross und sie haben braune Hautfarbe. Wenn ich nicht selber erzähle,  woher ich komme, merkt man nicht,  daß ich Ausländer bin. Ich spreche sehr gut Amharisch. Ich kenne Äthiopien. Die Stadt ist sehr gross, sonnig, schmutzig und überall Baustellen. Die Regierung baut gerade viele Hochhäuser und Strassen. Viele Ausländer wandern nach Addis aus. Ich habe viele eritreische Flüchtlinge getroffen, einer von ihnen ist der Sohn meines Onkels.
Hier gibt es keine U- Bahn, Strassenbahn und keinen Zug. Es gibt nur große und kleine Busse. Auf der Straße sieht man oft nur junge Menschen unter 30. Die Mentalität ist total anders als in Deutschland. Sozialleben ist hier sehr wichtig. Meine Nachbarn sind hier wie meine Familie. Wenn ich zu spät nach Hause komme, machen sie sich Sorgen und wenn sie kochen, essen wir zusammen. Die Menschen sind sehr arm, aber sie haben eine unglaubliche Hoffnung und sie sind sehr glücklich. Musik spielt hier  eine große Rolle. Wenn man auf der Straße  zehn Minuten geht, man hört zehn Lieder. Depression und Einsamkeit ist hier undenkbar. Ich bin hier glücklich!!


Zekarias Kebraeb
Deutschlandstiftung Intergration

Dienstag, 15. Januar 2013


Die Deutschlandstiftung Integration ist eine Stiftung, die mir die Tür geöffnet hat!

Am 13.01.2012, genau vor einem Jahr sprach ich im Fernsehen über meine Flucht aus Eritrea. Der Moderator fragte mich: „ Zekarias warum sind sie aus Eritrea geflüchtet?“ Ich überlegte nicht lange und antwortete ihm sofort mit dem Satz: „ Ich bin geflüchtet um frei zu sein, Freiheit zählt über alles!“

Herr Fürstner, Vorsitzender der Deutschlandstiftung, der normalerweise kein Fernseher sieht und mich an dem Tag zufällig in der SWR-Sendung „Nachtcafe“ sah, war sofort von meiner Sehnsucht nach Freiheit begeistert und lud mich nach Berlin ein. Sehr gerne nahm ich seine Einladung an und reiste nach Berlin. Die Deutschlandstiftung war bereit mir zu helfen und ich zog nach Berlin. Die Stiftung versuchte mein Abiturzeugnis aus Eritrea in Deutschland bei den Behörden anerkennen zu lassen, meine Deutschkenntnisse zu verbessern und meinen Zukunftsweg zu erleichtern.

 
Seit einem Jahr betreibe ich einen Blog. Ich schreibe regelmäßig über meine Fluchterfahrungen und mein Leben als Flüchtling in Deutschland. Ich las Bundesweit aus meinem Buch, um auf die Flüchtlingssituation in Deutschland aufmerksam zu machen und um darüber zu informieren, wie wichtig ein Leben in Freiheit ist.

Das Jahr 2012 war für mich mit Hilfe der Deutschlandstiftung ein unglaublich erfolgreiches Jahr. Ich habe Deutsch gelernt, meinen Führerschein gemacht, mich für einen Studium vorbereitet und einen Antrag auf Einbürgerung gestellt.
Integration heißt für mich: Mitmachen, zusammenleben, unterhalten und die Chancen, die Deutschland bietet, zusammen zu nutzen. Ich habe das zusammen mit den Mitarbeitern der Deutschlandstiftung erlebt. Sie haben mich akzeptiert, gelobt und unterstützt.

Ohne die Stiftung wäre ich heute woanders. Vielleicht wäre es undenkbar, was ich hier in Berlin mit der Hilfe der Deutschlandstiftung geschafft habe.

Zekarias Kebraeb

 

 

Dienstag, 18. Dezember 2012

                                                               Wiedersehen

Ich bin Eritreer und wollte immer in Eritrea leben. Eine gute Freundin von mir ist Äthiopierin und sie wollte auch in Eritrea leben, weil sie in Eritrea geboren und aufgewachsen war. 1998 begann  ein blutiger Krieg zwischen beiden Ländern. Wir wollten das nicht, aber wir konnten es uns nicht aussuchen. Wir wurden einfach nur Opfer von diesem blutigen Krieg. Ich als Eritreer musste sofort zum Militär und sie als Äthiopierin zurück  nach Äthiopien. Das war schmerzhaft und wir wollten uns nicht trennen, aber sie musste nach Hause!  Danach bin ich in den Sudan geflüchtet. Wir beide verließen Eritrea.

Elf Jahre lang habe ich  nichts von Ihr gehört. Ich wusste nicht ob sie in Äthiopien  oder  wo anderes lebte.  Wir hatten keinen Kontakt und ich konnte auch niemanden fragen. Es war unmöglich.

Heute früh bekam ich eine gute Nachricht über Facebook. Überraschend  las ich die Nachricht- sie kam von ihr. Sie ist in Äthiopien und sie lebt in Addis Abeba. Ich konnte es einfach nicht glauben. Sie hat mich nicht vergessen, wir sind Freunde geblieben.  Die Lage zwischen Eritrea und Äthiopien ist immer noch schwierig, aber  das spielt keine Rolle. Wir haben  Sehnsucht  uns wieder zu treffen. Zum Glück müssen wir nicht mehr lange warte. Wir werden uns im Februar in Addis Abeba treffen. Heute frage ich mich noch „ Wie viele Familien, Freunden, Bekannte leben getrennt? Wann sehen sie sich endlich wieder?“  
 
Zekarias Kebraeb

 

 

Montag, 19. November 2012



Ich war am 16.11.2012 in Genf. Wir haben vor dem UNO Gebäude demonstriert. Ich habe mein Buch vorgestellt. Mehr als 3000 Menschen haben gegen den diktator in Eritrea demonstriert.
 
 
 
 

Freitag, 26. Oktober 2012


Behörden gegen Flüchtlinge

 

Flüchtlinge sind in Deutschland unwillkommen!! Sie werden  oft von der Politik und von den Behörden unterdrückt. Deutschland  will nicht, dass die Flüchtlinge arbeiten  und lernen dürfen. Die Behörden lassen  es nicht zu, dass sie sich frei bewegen.  Flüchtlinge werden immer  schlecht behandelt.

Was wird aus diesen Menschen? Warum wundert sich Deutschland, dass Flüchtlinge sich nicht richtig integrieren? Will Deutschland, dass sie alle Hartz IV Empfänger werden?  Deutschland hat doch den Weg  gezeigt!!
 
Ein Flüchtling kommt mit einer großen Hoffnung nach Deutschland und Versucht hier sich zu integrieren, die Sprache zu lernen und sich besser anzupassen. Deutschland versucht das Leben den Flüchtlingen schwer zu machen, blockiert die Wege, macht die Grenzen dicht, schreibt Gesetze wie „Arbeit- und Bildungsverbot für Flüchtlinge“  und am Ende heißt es „Die Flüchtlinge sind nicht bereit  sich zu integrieren“. Paradox!!

Ich muss als Flüchtling immer leiden. Meine eigenen Erfahrungen gegenüber den Behörden sind negativ. Ich merke seit genau acht Jahren,  dass ich hier nicht akzeptiert werde.  Aber ich werde weiter kämpfen! Kämpfen für mich und für alle Flüchtlinge!!

Zekarias Kebraeb

Mittwoch, 10. Oktober 2012


                                     Zehn Jahre in Europa

Wo war ich vor Zehn Jahren?  Was bedeutet der zehnte Oktober für mich? Wie glücklich oder wie enttäuscht war ich? Was waren meine Erwartungen? War Europa wirklich ein Paradies?

Heute vor Zehn Jahren, als ich 17 Jahre alt war, erreichte ich nach langer Flucht das Paradies Europa. Ich war Sieben Monate unterwegs. Sieben Monate auf der Flucht über die Saharawüste und das Mittelmeer. Mein Ziel war Europa. Ich bin am 10 Oktober 2002 morgens um 9 Uhr in Sizilien angekommen. Ich war müde, krank und schwach. Mein erster Satz in Europa war „Ich bin frei.“ Viele Polizisten, Italienische Marinesoldaten und  Sanitäter haben sich um mich gekümmert.  Ich war sehr glücklich und dankbar.  Wir sind zuerst  zu einem Auffanglager  gebracht worden. Dort erlebte ich meine erste Enttäuschung  in Europa. Ich habe sofort gemerkt, wie schwer das Leben sein kann. Aber ich habe meine  Hoffnung nicht verloren. Ich lebte  später als Obdachloser Flüchtling in Mailand. Es war Dezember  und sehr kalt. Ich musste weiter flüchten……
 
In der Schweiz  hatte ich zumindest ein Dach über meinen Kopf, musste nicht hungern und konnte mich warm anziehen. Arbeiten, Lernen, Reisen war verboten!! Die Flucht geht weiter…

Schweden war mein Ziel. Aber Ich wurde in Deutschland verhaftet und durfte nicht weiter nach Schweden reisen. Zuerst musste  ich wegen meiner illegalen Flucht drei Monate ins Gefängnis und danach konnte ich Asyl beantragen.  Mein Leben war genauso  kompliziert wie in der Schweiz. Ich durfte als Flüchtling nicht Arbeiten, Lernen, Reisen und den Landkreis nicht verlassen. Aber ich wollte nicht weiter flüchten. Ich habe entschieden  in Deutschland  für meine Rechte zu kämpfen. Dies habe ich auch getan.  Heute bin ich  frei, darf in Deutschland bleiben und bald werde ich sogar Deutscher Bürger. Ich habe  Meine persönliche Freiheit gewonnen.   

Zekarias Kebraeb

Donnerstag, 4. Oktober 2012


                                Der lange Arm der Diktatur

Ich bin geflüchtet,  aber ich bin immer noch nicht ganz frei. Meine Freiheit  in Deutschland ist von dem eritreischen Diktator  gestört, weil der Diktator einen langen Arm hat. Er nutzt uns aus und er macht dadurch Geld. Wir müssen leiden.

Wie macht er das? Warum macht er das? Ist dies Erlaubt?
                                                                  Eritreischer Botschafter
Eritrea hat eine Botschaft in Berlin und ein Konsulat in Frankfurt am Main. Die Diplomaten sind von dem Diktator geschickt um Geld für ihn zu beschaffen. Das Geld kommt von den eritreischen Flüchtlingen, die hier in Deutschland leben. Wir Eritreer müssen unser Zwei prozentiges Einkommen an die Botschaft  zahlen. Eritrea nennt das „ Aufbausteuer“. Wer sich verweigert das Geld zu überweisen, wurde als Verräter beleidigt und bekommt keine Betreuung vom Konsulat. Das ist illegal aber der Diktator konnte dies  für mehr als 20 Jahre gemacht. Der Spiegel hat darüber berichtet. Hier können sie weiter lesen.

Donnerstag, 13. September 2012


                                        Abschiebung

Ein schlechtes Wort. Was bedeutet Abschiebung für uns Flüchtlinge? Warum haben Flüchtlinge aus Eritrea Angst vor der Abschiebung? Kann das tödlich sein? Was wird aus einem Flüchtling, wenn er nach Eritrea zurückkehren muss?

August 2002, viele Flüchtlinge aus Eritrea wollten mit einem kleinen Boot nach Italien übersetzen. Aber es ging nicht. Das Meer war zu dem Zeitpunkt zu unruhig und damit zu gefährlich. Die Flüchtlinge haben sich für Malta entschieden. Malta ist eine Insel, die zwischen Libyen und Italien liegt. Die Flüchtlinge wollten zunächst nur ihr Leben retten. In Malta angekommen, bekamen sie einige Wochen später eine Schocknachricht. Alle mussten zurück nach Hause, nach Eritrea!! Sie haben im Gefängnis gegen die Abschiebung protestiert, aber nichts hat geholfen, sie wurden abgeschoben! In Eritrea landeten die Flüchtlinge in einem Foltergefängnis.  Viele davon starben und viele andere flüchteten erneut. Heute darf Malta keine Flüchtlinge mehr nach Eritrea abschieben.

Im Jahr 2004 hat Libyen wieder viele Flüchtlinge nach Eritrea abgeschoben. Libyen wollte nach und nach alle Flüchtlinge loswerden. Ende 2004 haben dann die Flüchtlinge ein Libysches Flugzeug mit Hilfe von Bestecken entführt und im Sudan Asyl beantragt. Libyen hat daraufhin die Aktion gestoppt.

Deutschland entschied im Jahr 2006 zwei eritreische Flüchtlinge nach Eritrea abzuschieben. Sie sollten ab Frankfurt Flughafen abgeschoben werden. Sie weigerten aber und es gab Ärger. Die Piloten und Passagiere wollten nicht mit Flüchtlingen und Polizisten in einem Flugzeug zusammen fliegen. Am Ende sind sie mit einem Militärflugzeug transportiert worden. Das kostete etwa 100.000 Euro. Wie gewöhnlich sind die Flüchtlinge in Eritrea sofort inhaftiert und gefoltert worden. Deutschland musste sich danach bei Menschenrechte Organisationen entschuldigen und zusätzlich Schmerzensgeld zahlen.

Ich war auch im Jahr 2004 in einer Abschiebehaft in Norddeutschland. Ich verstand es nicht, warum ich als Flüchtling wie ein Krimineller im Gefängnis sitzen musste. Ich wurde gefragt, ob ich einen eritreischen Pass hätte. Ich konnte natürlich keinen vorweisen, da ich auf meiner Flucht keinen Pass bei mir tragen durfte. Es war schrecklich dort. Ich hörte jeden Abend Schrei von inhaftierten Flüchtlingen. Das war ein Alptraum. Ich wollte nicht nach Eritrea zurück, wollte auch nicht im Gefängnis in Deutschland sitzen. Ich und alle Flüchtlinge wollten ihre persönliche Freiheit. Abschiebung ist keine Lösung. Eritrea braucht Frieden, Demokratie  und Freiheit, damit die Menschen nicht fliehen müssen, sondern dort normal leben können. Ein großes Schritt wurde in den letzten Jahren erreicht: Flüchtlinge aus Eritrea dürften seit 2005 nicht mehr abgeschoben werden.

Zekarias Kebraeb