Montag, 4. März 2013

                                         Mein Leben in Addis  

Alle Menschen sehen genau so aus wie ich. Sie sind schlank, gross und sie haben braune Hautfarbe. Wenn ich nicht selber erzähle,  woher ich komme, merkt man nicht,  daß ich Ausländer bin. Ich spreche sehr gut Amharisch. Ich kenne Äthiopien. Die Stadt ist sehr gross, sonnig, schmutzig und überall Baustellen. Die Regierung baut gerade viele Hochhäuser und Strassen. Viele Ausländer wandern nach Addis aus. Ich habe viele eritreische Flüchtlinge getroffen, einer von ihnen ist der Sohn meines Onkels.
Hier gibt es keine U- Bahn, Strassenbahn und keinen Zug. Es gibt nur große und kleine Busse. Auf der Straße sieht man oft nur junge Menschen unter 30. Die Mentalität ist total anders als in Deutschland. Sozialleben ist hier sehr wichtig. Meine Nachbarn sind hier wie meine Familie. Wenn ich zu spät nach Hause komme, machen sie sich Sorgen und wenn sie kochen, essen wir zusammen. Die Menschen sind sehr arm, aber sie haben eine unglaubliche Hoffnung und sie sind sehr glücklich. Musik spielt hier  eine große Rolle. Wenn man auf der Straße  zehn Minuten geht, man hört zehn Lieder. Depression und Einsamkeit ist hier undenkbar. Ich bin hier glücklich!!


Zekarias Kebraeb
Deutschlandstiftung Intergration

Dienstag, 15. Januar 2013


Die Deutschlandstiftung Integration ist eine Stiftung, die mir die Tür geöffnet hat!

Am 13.01.2012, genau vor einem Jahr sprach ich im Fernsehen über meine Flucht aus Eritrea. Der Moderator fragte mich: „ Zekarias warum sind sie aus Eritrea geflüchtet?“ Ich überlegte nicht lange und antwortete ihm sofort mit dem Satz: „ Ich bin geflüchtet um frei zu sein, Freiheit zählt über alles!“

Herr Fürstner, Vorsitzender der Deutschlandstiftung, der normalerweise kein Fernseher sieht und mich an dem Tag zufällig in der SWR-Sendung „Nachtcafe“ sah, war sofort von meiner Sehnsucht nach Freiheit begeistert und lud mich nach Berlin ein. Sehr gerne nahm ich seine Einladung an und reiste nach Berlin. Die Deutschlandstiftung war bereit mir zu helfen und ich zog nach Berlin. Die Stiftung versuchte mein Abiturzeugnis aus Eritrea in Deutschland bei den Behörden anerkennen zu lassen, meine Deutschkenntnisse zu verbessern und meinen Zukunftsweg zu erleichtern.

 
Seit einem Jahr betreibe ich einen Blog. Ich schreibe regelmäßig über meine Fluchterfahrungen und mein Leben als Flüchtling in Deutschland. Ich las Bundesweit aus meinem Buch, um auf die Flüchtlingssituation in Deutschland aufmerksam zu machen und um darüber zu informieren, wie wichtig ein Leben in Freiheit ist.

Das Jahr 2012 war für mich mit Hilfe der Deutschlandstiftung ein unglaublich erfolgreiches Jahr. Ich habe Deutsch gelernt, meinen Führerschein gemacht, mich für einen Studium vorbereitet und einen Antrag auf Einbürgerung gestellt.
Integration heißt für mich: Mitmachen, zusammenleben, unterhalten und die Chancen, die Deutschland bietet, zusammen zu nutzen. Ich habe das zusammen mit den Mitarbeitern der Deutschlandstiftung erlebt. Sie haben mich akzeptiert, gelobt und unterstützt.

Ohne die Stiftung wäre ich heute woanders. Vielleicht wäre es undenkbar, was ich hier in Berlin mit der Hilfe der Deutschlandstiftung geschafft habe.

Zekarias Kebraeb

 

 

Dienstag, 18. Dezember 2012

                                                               Wiedersehen

Ich bin Eritreer und wollte immer in Eritrea leben. Eine gute Freundin von mir ist Äthiopierin und sie wollte auch in Eritrea leben, weil sie in Eritrea geboren und aufgewachsen war. 1998 begann  ein blutiger Krieg zwischen beiden Ländern. Wir wollten das nicht, aber wir konnten es uns nicht aussuchen. Wir wurden einfach nur Opfer von diesem blutigen Krieg. Ich als Eritreer musste sofort zum Militär und sie als Äthiopierin zurück  nach Äthiopien. Das war schmerzhaft und wir wollten uns nicht trennen, aber sie musste nach Hause!  Danach bin ich in den Sudan geflüchtet. Wir beide verließen Eritrea.

Elf Jahre lang habe ich  nichts von Ihr gehört. Ich wusste nicht ob sie in Äthiopien  oder  wo anderes lebte.  Wir hatten keinen Kontakt und ich konnte auch niemanden fragen. Es war unmöglich.

Heute früh bekam ich eine gute Nachricht über Facebook. Überraschend  las ich die Nachricht- sie kam von ihr. Sie ist in Äthiopien und sie lebt in Addis Abeba. Ich konnte es einfach nicht glauben. Sie hat mich nicht vergessen, wir sind Freunde geblieben.  Die Lage zwischen Eritrea und Äthiopien ist immer noch schwierig, aber  das spielt keine Rolle. Wir haben  Sehnsucht  uns wieder zu treffen. Zum Glück müssen wir nicht mehr lange warte. Wir werden uns im Februar in Addis Abeba treffen. Heute frage ich mich noch „ Wie viele Familien, Freunden, Bekannte leben getrennt? Wann sehen sie sich endlich wieder?“  
 
Zekarias Kebraeb

 

 

Montag, 19. November 2012



Ich war am 16.11.2012 in Genf. Wir haben vor dem UNO Gebäude demonstriert. Ich habe mein Buch vorgestellt. Mehr als 3000 Menschen haben gegen den diktator in Eritrea demonstriert.
 
 
 
 

Freitag, 26. Oktober 2012


Behörden gegen Flüchtlinge

 

Flüchtlinge sind in Deutschland unwillkommen!! Sie werden  oft von der Politik und von den Behörden unterdrückt. Deutschland  will nicht, dass die Flüchtlinge arbeiten  und lernen dürfen. Die Behörden lassen  es nicht zu, dass sie sich frei bewegen.  Flüchtlinge werden immer  schlecht behandelt.

Was wird aus diesen Menschen? Warum wundert sich Deutschland, dass Flüchtlinge sich nicht richtig integrieren? Will Deutschland, dass sie alle Hartz IV Empfänger werden?  Deutschland hat doch den Weg  gezeigt!!
 
Ein Flüchtling kommt mit einer großen Hoffnung nach Deutschland und Versucht hier sich zu integrieren, die Sprache zu lernen und sich besser anzupassen. Deutschland versucht das Leben den Flüchtlingen schwer zu machen, blockiert die Wege, macht die Grenzen dicht, schreibt Gesetze wie „Arbeit- und Bildungsverbot für Flüchtlinge“  und am Ende heißt es „Die Flüchtlinge sind nicht bereit  sich zu integrieren“. Paradox!!

Ich muss als Flüchtling immer leiden. Meine eigenen Erfahrungen gegenüber den Behörden sind negativ. Ich merke seit genau acht Jahren,  dass ich hier nicht akzeptiert werde.  Aber ich werde weiter kämpfen! Kämpfen für mich und für alle Flüchtlinge!!

Zekarias Kebraeb

Mittwoch, 10. Oktober 2012


                                     Zehn Jahre in Europa

Wo war ich vor Zehn Jahren?  Was bedeutet der zehnte Oktober für mich? Wie glücklich oder wie enttäuscht war ich? Was waren meine Erwartungen? War Europa wirklich ein Paradies?

Heute vor Zehn Jahren, als ich 17 Jahre alt war, erreichte ich nach langer Flucht das Paradies Europa. Ich war Sieben Monate unterwegs. Sieben Monate auf der Flucht über die Saharawüste und das Mittelmeer. Mein Ziel war Europa. Ich bin am 10 Oktober 2002 morgens um 9 Uhr in Sizilien angekommen. Ich war müde, krank und schwach. Mein erster Satz in Europa war „Ich bin frei.“ Viele Polizisten, Italienische Marinesoldaten und  Sanitäter haben sich um mich gekümmert.  Ich war sehr glücklich und dankbar.  Wir sind zuerst  zu einem Auffanglager  gebracht worden. Dort erlebte ich meine erste Enttäuschung  in Europa. Ich habe sofort gemerkt, wie schwer das Leben sein kann. Aber ich habe meine  Hoffnung nicht verloren. Ich lebte  später als Obdachloser Flüchtling in Mailand. Es war Dezember  und sehr kalt. Ich musste weiter flüchten……
 
In der Schweiz  hatte ich zumindest ein Dach über meinen Kopf, musste nicht hungern und konnte mich warm anziehen. Arbeiten, Lernen, Reisen war verboten!! Die Flucht geht weiter…

Schweden war mein Ziel. Aber Ich wurde in Deutschland verhaftet und durfte nicht weiter nach Schweden reisen. Zuerst musste  ich wegen meiner illegalen Flucht drei Monate ins Gefängnis und danach konnte ich Asyl beantragen.  Mein Leben war genauso  kompliziert wie in der Schweiz. Ich durfte als Flüchtling nicht Arbeiten, Lernen, Reisen und den Landkreis nicht verlassen. Aber ich wollte nicht weiter flüchten. Ich habe entschieden  in Deutschland  für meine Rechte zu kämpfen. Dies habe ich auch getan.  Heute bin ich  frei, darf in Deutschland bleiben und bald werde ich sogar Deutscher Bürger. Ich habe  Meine persönliche Freiheit gewonnen.   

Zekarias Kebraeb

Donnerstag, 4. Oktober 2012


                                Der lange Arm der Diktatur

Ich bin geflüchtet,  aber ich bin immer noch nicht ganz frei. Meine Freiheit  in Deutschland ist von dem eritreischen Diktator  gestört, weil der Diktator einen langen Arm hat. Er nutzt uns aus und er macht dadurch Geld. Wir müssen leiden.

Wie macht er das? Warum macht er das? Ist dies Erlaubt?
                                                                  Eritreischer Botschafter
Eritrea hat eine Botschaft in Berlin und ein Konsulat in Frankfurt am Main. Die Diplomaten sind von dem Diktator geschickt um Geld für ihn zu beschaffen. Das Geld kommt von den eritreischen Flüchtlingen, die hier in Deutschland leben. Wir Eritreer müssen unser Zwei prozentiges Einkommen an die Botschaft  zahlen. Eritrea nennt das „ Aufbausteuer“. Wer sich verweigert das Geld zu überweisen, wurde als Verräter beleidigt und bekommt keine Betreuung vom Konsulat. Das ist illegal aber der Diktator konnte dies  für mehr als 20 Jahre gemacht. Der Spiegel hat darüber berichtet. Hier können sie weiter lesen.