Dienstag, 18. Dezember 2012

                                                               Wiedersehen

Ich bin Eritreer und wollte immer in Eritrea leben. Eine gute Freundin von mir ist Äthiopierin und sie wollte auch in Eritrea leben, weil sie in Eritrea geboren und aufgewachsen war. 1998 begann  ein blutiger Krieg zwischen beiden Ländern. Wir wollten das nicht, aber wir konnten es uns nicht aussuchen. Wir wurden einfach nur Opfer von diesem blutigen Krieg. Ich als Eritreer musste sofort zum Militär und sie als Äthiopierin zurück  nach Äthiopien. Das war schmerzhaft und wir wollten uns nicht trennen, aber sie musste nach Hause!  Danach bin ich in den Sudan geflüchtet. Wir beide verließen Eritrea.

Elf Jahre lang habe ich  nichts von Ihr gehört. Ich wusste nicht ob sie in Äthiopien  oder  wo anderes lebte.  Wir hatten keinen Kontakt und ich konnte auch niemanden fragen. Es war unmöglich.

Heute früh bekam ich eine gute Nachricht über Facebook. Überraschend  las ich die Nachricht- sie kam von ihr. Sie ist in Äthiopien und sie lebt in Addis Abeba. Ich konnte es einfach nicht glauben. Sie hat mich nicht vergessen, wir sind Freunde geblieben.  Die Lage zwischen Eritrea und Äthiopien ist immer noch schwierig, aber  das spielt keine Rolle. Wir haben  Sehnsucht  uns wieder zu treffen. Zum Glück müssen wir nicht mehr lange warte. Wir werden uns im Februar in Addis Abeba treffen. Heute frage ich mich noch „ Wie viele Familien, Freunden, Bekannte leben getrennt? Wann sehen sie sich endlich wieder?“  
 
Zekarias Kebraeb

 

 

Montag, 19. November 2012



Ich war am 16.11.2012 in Genf. Wir haben vor dem UNO Gebäude demonstriert. Ich habe mein Buch vorgestellt. Mehr als 3000 Menschen haben gegen den diktator in Eritrea demonstriert.
 
 
 
 

Freitag, 26. Oktober 2012


Behörden gegen Flüchtlinge

 

Flüchtlinge sind in Deutschland unwillkommen!! Sie werden  oft von der Politik und von den Behörden unterdrückt. Deutschland  will nicht, dass die Flüchtlinge arbeiten  und lernen dürfen. Die Behörden lassen  es nicht zu, dass sie sich frei bewegen.  Flüchtlinge werden immer  schlecht behandelt.

Was wird aus diesen Menschen? Warum wundert sich Deutschland, dass Flüchtlinge sich nicht richtig integrieren? Will Deutschland, dass sie alle Hartz IV Empfänger werden?  Deutschland hat doch den Weg  gezeigt!!
 
Ein Flüchtling kommt mit einer großen Hoffnung nach Deutschland und Versucht hier sich zu integrieren, die Sprache zu lernen und sich besser anzupassen. Deutschland versucht das Leben den Flüchtlingen schwer zu machen, blockiert die Wege, macht die Grenzen dicht, schreibt Gesetze wie „Arbeit- und Bildungsverbot für Flüchtlinge“  und am Ende heißt es „Die Flüchtlinge sind nicht bereit  sich zu integrieren“. Paradox!!

Ich muss als Flüchtling immer leiden. Meine eigenen Erfahrungen gegenüber den Behörden sind negativ. Ich merke seit genau acht Jahren,  dass ich hier nicht akzeptiert werde.  Aber ich werde weiter kämpfen! Kämpfen für mich und für alle Flüchtlinge!!

Zekarias Kebraeb

Mittwoch, 10. Oktober 2012


                                     Zehn Jahre in Europa

Wo war ich vor Zehn Jahren?  Was bedeutet der zehnte Oktober für mich? Wie glücklich oder wie enttäuscht war ich? Was waren meine Erwartungen? War Europa wirklich ein Paradies?

Heute vor Zehn Jahren, als ich 17 Jahre alt war, erreichte ich nach langer Flucht das Paradies Europa. Ich war Sieben Monate unterwegs. Sieben Monate auf der Flucht über die Saharawüste und das Mittelmeer. Mein Ziel war Europa. Ich bin am 10 Oktober 2002 morgens um 9 Uhr in Sizilien angekommen. Ich war müde, krank und schwach. Mein erster Satz in Europa war „Ich bin frei.“ Viele Polizisten, Italienische Marinesoldaten und  Sanitäter haben sich um mich gekümmert.  Ich war sehr glücklich und dankbar.  Wir sind zuerst  zu einem Auffanglager  gebracht worden. Dort erlebte ich meine erste Enttäuschung  in Europa. Ich habe sofort gemerkt, wie schwer das Leben sein kann. Aber ich habe meine  Hoffnung nicht verloren. Ich lebte  später als Obdachloser Flüchtling in Mailand. Es war Dezember  und sehr kalt. Ich musste weiter flüchten……
 
In der Schweiz  hatte ich zumindest ein Dach über meinen Kopf, musste nicht hungern und konnte mich warm anziehen. Arbeiten, Lernen, Reisen war verboten!! Die Flucht geht weiter…

Schweden war mein Ziel. Aber Ich wurde in Deutschland verhaftet und durfte nicht weiter nach Schweden reisen. Zuerst musste  ich wegen meiner illegalen Flucht drei Monate ins Gefängnis und danach konnte ich Asyl beantragen.  Mein Leben war genauso  kompliziert wie in der Schweiz. Ich durfte als Flüchtling nicht Arbeiten, Lernen, Reisen und den Landkreis nicht verlassen. Aber ich wollte nicht weiter flüchten. Ich habe entschieden  in Deutschland  für meine Rechte zu kämpfen. Dies habe ich auch getan.  Heute bin ich  frei, darf in Deutschland bleiben und bald werde ich sogar Deutscher Bürger. Ich habe  Meine persönliche Freiheit gewonnen.   

Zekarias Kebraeb

Donnerstag, 4. Oktober 2012


                                Der lange Arm der Diktatur

Ich bin geflüchtet,  aber ich bin immer noch nicht ganz frei. Meine Freiheit  in Deutschland ist von dem eritreischen Diktator  gestört, weil der Diktator einen langen Arm hat. Er nutzt uns aus und er macht dadurch Geld. Wir müssen leiden.

Wie macht er das? Warum macht er das? Ist dies Erlaubt?
                                                                  Eritreischer Botschafter
Eritrea hat eine Botschaft in Berlin und ein Konsulat in Frankfurt am Main. Die Diplomaten sind von dem Diktator geschickt um Geld für ihn zu beschaffen. Das Geld kommt von den eritreischen Flüchtlingen, die hier in Deutschland leben. Wir Eritreer müssen unser Zwei prozentiges Einkommen an die Botschaft  zahlen. Eritrea nennt das „ Aufbausteuer“. Wer sich verweigert das Geld zu überweisen, wurde als Verräter beleidigt und bekommt keine Betreuung vom Konsulat. Das ist illegal aber der Diktator konnte dies  für mehr als 20 Jahre gemacht. Der Spiegel hat darüber berichtet. Hier können sie weiter lesen.

Donnerstag, 13. September 2012


                                        Abschiebung

Ein schlechtes Wort. Was bedeutet Abschiebung für uns Flüchtlinge? Warum haben Flüchtlinge aus Eritrea Angst vor der Abschiebung? Kann das tödlich sein? Was wird aus einem Flüchtling, wenn er nach Eritrea zurückkehren muss?

August 2002, viele Flüchtlinge aus Eritrea wollten mit einem kleinen Boot nach Italien übersetzen. Aber es ging nicht. Das Meer war zu dem Zeitpunkt zu unruhig und damit zu gefährlich. Die Flüchtlinge haben sich für Malta entschieden. Malta ist eine Insel, die zwischen Libyen und Italien liegt. Die Flüchtlinge wollten zunächst nur ihr Leben retten. In Malta angekommen, bekamen sie einige Wochen später eine Schocknachricht. Alle mussten zurück nach Hause, nach Eritrea!! Sie haben im Gefängnis gegen die Abschiebung protestiert, aber nichts hat geholfen, sie wurden abgeschoben! In Eritrea landeten die Flüchtlinge in einem Foltergefängnis.  Viele davon starben und viele andere flüchteten erneut. Heute darf Malta keine Flüchtlinge mehr nach Eritrea abschieben.

Im Jahr 2004 hat Libyen wieder viele Flüchtlinge nach Eritrea abgeschoben. Libyen wollte nach und nach alle Flüchtlinge loswerden. Ende 2004 haben dann die Flüchtlinge ein Libysches Flugzeug mit Hilfe von Bestecken entführt und im Sudan Asyl beantragt. Libyen hat daraufhin die Aktion gestoppt.

Deutschland entschied im Jahr 2006 zwei eritreische Flüchtlinge nach Eritrea abzuschieben. Sie sollten ab Frankfurt Flughafen abgeschoben werden. Sie weigerten aber und es gab Ärger. Die Piloten und Passagiere wollten nicht mit Flüchtlingen und Polizisten in einem Flugzeug zusammen fliegen. Am Ende sind sie mit einem Militärflugzeug transportiert worden. Das kostete etwa 100.000 Euro. Wie gewöhnlich sind die Flüchtlinge in Eritrea sofort inhaftiert und gefoltert worden. Deutschland musste sich danach bei Menschenrechte Organisationen entschuldigen und zusätzlich Schmerzensgeld zahlen.

Ich war auch im Jahr 2004 in einer Abschiebehaft in Norddeutschland. Ich verstand es nicht, warum ich als Flüchtling wie ein Krimineller im Gefängnis sitzen musste. Ich wurde gefragt, ob ich einen eritreischen Pass hätte. Ich konnte natürlich keinen vorweisen, da ich auf meiner Flucht keinen Pass bei mir tragen durfte. Es war schrecklich dort. Ich hörte jeden Abend Schrei von inhaftierten Flüchtlingen. Das war ein Alptraum. Ich wollte nicht nach Eritrea zurück, wollte auch nicht im Gefängnis in Deutschland sitzen. Ich und alle Flüchtlinge wollten ihre persönliche Freiheit. Abschiebung ist keine Lösung. Eritrea braucht Frieden, Demokratie  und Freiheit, damit die Menschen nicht fliehen müssen, sondern dort normal leben können. Ein großes Schritt wurde in den letzten Jahren erreicht: Flüchtlinge aus Eritrea dürften seit 2005 nicht mehr abgeschoben werden.

Zekarias Kebraeb

Freitag, 7. September 2012


                            Eritrea: ein gescheiterter Staat?

Tausende verlassen das Land jeden Monat, viele Ehen sind  getrennt, Kinder  leben ohne Eltern, über 350 Foltergefängnisse, lebenslang Militärdienst unter unmenschlichen Bedingungen, keine einzige Universität im Land. Eritrea hat keine Verfassung, keine Wahlen, keine freie Presse.  politische Parteien sind verboten. Es gibt keine Bürgerechte,  nur unmenschliche Pflichten.

Wie lange wird das so gehen? Schafft Eritrea irgendwann sich zu besinnen das Land zu entwickeln oder wird Eritrea bald ein gescheiterter Staat sein? Die Regierung meint, es sei  alles  in Ordnung. Der Staatschef Isayas  Afewerki  sagte“ Eritrea wird bald ein gutes  Beispiel. Eritrea ist besonders, das Leben in Eritrea ist wie im Paradies“ In Wahrheit ist Eritrea die Hölle. Die Menschen haben heute keinen Wert in Eritrea, aber wenn sie dann erst auf der Flucht sind, werden sie für viel Geld verkauft (40.000 - 60.000 Dollar).  Das ist unfassbar, undenkbar und schrecklich, aber das ist die Wahrheit. Das Volk leidet fruchtbar ohne Ende  und die Regierung erzählt komische Geschichten. 

Gestern ist eine eritreische Familie von ihren Entführer aus der Sinai Wüste  frei gelassen worden und in Israel angekommen, weil Ihre Familie  in Norwegen für sie viel Geld bezahlt haben. 
Neuerdings sind  Organhandel und Entführungen  für Eritreische Flüchtlinge in den Sudan, Libyen und Ägypten  an der Tagesordnung geworden.  Die Geschichten werden  immer  dramatischer. Ich ärgere mich, wenn die im Ausland lebenden Eritreer nicht  gegen das Problem kämpfen, sondern  wenn sie zu einer von  dem Diktator organisierten Veranstaltung tanzen gehen. Sie nennen sich Nationalisten und Helden. Das Volk in Eritrea kennt sie  aber als Papageien, die immer die Worte des Diktators nach Plappern.

Wenn jemand  wie ich auf Seiten der Flüchtlinge steht, wird er als Verräter  beschimpft und manchmal auch geschlagen. Wer aber nur was Gutes über den Diktator erzählt, würde als richtige Eritreer behandelt.  Ich habe Freiheit im Sinn, ich werde auch weiter für die Freiheit kämpfen und nicht für einen Diktator.
Zekarias Kebraeb